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Ereignisse / Musical Chormusical
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Aufführungen | Schauspiel

Welcome to the BATES MOTEL

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Uraufführung: 6.2.2026 Kassel, 2006: Mit nur 41 Jahren verstirbt Markus Zimmer an Multiorganversagen. Freund:innen und Familie konnten ihn nicht vor seiner Sucht retten. Ein genialer Musiker, ein sensibler Mensch, bekannt für seinen Geschlechterklischees unterwandernden Stil, sein ausschweifendes Leben und seine Musik. „Feels like I’m in heaven, oh I feel so fine. If you were only here my friend, you would have a real cool time.“ Markus Zimmer, genannt Zimbl, war der charismatische Frontmann der Punkband The Bates, die mit ihren eingängigen Melodien sowie rotzigen Coverversionen bekannter Poptitel die deutsche Musikszene der Neunziger Jahre und der Jahrtausendwende prägten - weit über Nordhessen hinaus. „You forgot to kick some asses, you forgot to kick some asses…“ In einem Motel zwischen Eschwege und Phoenix: Seltsame Gäste weht es in einer Gewitternacht in das Bates Motel: einen Schlagzeuger, lädiert durch einen Autounfall, einen Priester mit einem geheimnisvollen Koffer, eine mysteriöse Geschäftsfrau auf der Flucht. Was wollen sie von dem schüchternen Rezeptionisten? Und wer ist die seltsame Frau mit dem Messer…? Alfred Hitchcocks Film Psycho war die Inspiration für den Namen der Band, die der junge Zimbl und seine Freunde Klube, Armin und Pogo - zu denen später noch Reb und Dully stießen – gründeten. 20 Jahre nach Zimbls Tod inszeniert und schreibt Regisseur Dominique Schnizer einen Theaterabend über Zimbl, mit Erinnerungen seiner Freund:innen und Wegbegleiter:innen und der unsterblichen Musik der Bates. Und auch der fiktive Namensgeber der Band hat einen Auftritt. Verbunden in ihrer Einsamkeit begegnen Norman Bates und Zimbl ihren inneren Dämonen. In einem Motel irgendwo zwischen Eschwege, Hessen und Phoenix, Arizona durchleben sie noch einmal die entscheidenden Momente ihrer eigenen komplizierten Geschichte. „Feels like I’m in heaven“ In Kooperation mit Scheibenbeisser – Hessens großer und unabhängiger Schallplatten- und CD-Laden. Musikalische Stückentwicklung von Dominique Schnizer Regie: Dominique Schnizer Bühne und Kostüme: Christin Treunert Musik (auch Live): Augustin Zimmer Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke
Aufführungen | Schauspiel

König Lear

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Premiere: 30.1.2026 „Welche von euch liebt mich am meisten?“, fragt König Lear seine drei Töchter Goneril, Regan und Cordelia, um sein Reich nach dem beschworenen Liebesbekenntnis gerecht unter ihnen aufzuteilen. Doch er verrechnet sich: Ausgerechnet seine liebste Tochter Cordelia weist den Liebeswettbewerb zurück und fordert stattdessen Ehrlichkeit. Lear – außer sich vor Wut – verbannt sie und teilt sein Land unter den anderen beiden Töchtern auf. Bedingung: Er und sein Gefolge werden Monat für Monat abwechselnd von einer der beiden verpflegt und untergebracht. Doch Goneril und Regan sind dieser Forderung schnell überdrüssig, wollen ihn loswerden und entmachten ihn bei der erstbesten Gelegenheit. Der einstmals große König, gänzlich auf die nackte menschliche Existenz reduziert, verfällt zunehmend dem Wahnsinn, von allen verlassen – außer seinem Hofnarren. Da kommt Meldung aus Frankreich, dass die verbannte Cordelia ein Heer aufgestellt hat, um ihn zu retten und gegen die eigenen Schwestern zu kämpfen. Eine beispiellose Gewaltspirale wird in Gang gesetzt. An ihrem Ende sind alle tot. Fast. Wie sieht es heute aus, wenn ein Herrscher abtritt und sein Land oder seinen Besitz der nächsten Generation übergibt? Ändern sich damit Machtstrukturen? Thomas Melle bleibt in seiner Bearbeitung zwar nah an der Handlung des Originals, verschiebt jedoch wichtige Akzente hin zu einem zeitgemäßen Generationenkonflikt und katapultiert das Stück auch sprachlich ins Heute, in eine Welt im Umbruch. In dieser Welt kämpfen verfeindete Lager mit Hilfe von „alternativen Wahrheiten“, niemand diskutiert miteinander, stattdessen ringen alle hasserfüllt um Deutungshoheit. Doch was hält die Weltgemeinschaft noch zusammen, wenn sie von keiner gemeinsam geteilten Wahrheit mehr getragen wird? In der Regie von Lars-Ole Walburg, bekannt in Kassel unter anderem als Regisseur von Singletreff (UA), Auf Wache (UA) und Der Funke Leben (UA), entwickelt sich Shakespeares grausame Tragödie zu einem düsteren Sinnbild für unsere moderne Gesellschaft, in der sich verschiedene Weltanschauungen und Realitäten ohne Kommunikationsbereitschaft unversöhnlich gegenüberstehen – und Machtgier die einzige Konstante bleibt. Regie: Lars-Ole Walburg Bühne: Maria-Alice Bahra Kostüme: Maria Walter Musik (auch Live): Martin Engelbach Licht: Brigitta Hüttmann Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke Dramaturgie: Alexander Olbrich In Kooperation mit dem Fachgebiet Literaturwissenschaft Anglistik und Amerikanistik der Universität Kassel.
Aufführungen | Schauspiel

Faust Gretchen

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

„Meine Ruh ist hin“ – einer der Sätze, die bleiben, wenn man sich den Zitatenschatz aus Goethes Faust vergegenwärtigt. Ein Zitat, das das Dilemma Margaretes, genannt Gretchen, widerspiegelt. Der wohlsituierte Gelehrte Dr. Heinrich Faust hingegen ist in der Sinnkrise, verjüngt durch den Bund mit Mephisto drängt es ihn immer weiter zu weltbewegenden Abenteuern und ganz nebenbei zieht ihn das „Ewig Weibliche“ an. Heinrich ist hin- und hergerissen und sucht den Lärm der Welt. Und Gretchen? Goethe hat den realen Fall der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt (1771) in Frankfurt verfolgt, parallel entstand sein Urfaust , der die althergebrachte Faust-Geschichte nunmehr um die Gretchentragödie ergänzt. Angesiedelt zwischen sozialer Situation und tragischer Liebesgeschichte erzählt sie das reale, fatale und ausweglose Schicksal einer jungen Frau jener Zeit. Nicht nur Faust und sein Begehren, sondern die gewaltigen Umstände der Zeit bringen Gretchen zu Fall. Frauen wie Gretchen waren meist unausgebildet, unwissend, abhängig und bedroht von Armut und Elend. Welche Spuren hinterlässt Fausts Vorwärtsdrängen im Leben Gretchens, die in bürgerlichen, aber doch ärmlichen Verhältnissen lebt? Welche Chance hatte sie im Leben und wäre ein sozialer Aufstieg überhaupt möglich gewesen? Eine junge Frau zwischen Begehren, Selbstbehauptung und sozialem Zwang auf der einen Seite und Bürger:innen auf der anderen Seite, die Gretchens Geschichte zu kennen glauben und sie aus ihrer Perspektive nacherzählen. Für Ihre Rolle als Gretchen war Emilia Reichenbach 2022 für den Gustav Rühle Preis nominiert. „Es ist Zeit, dass wir uns auf den Weg machen Gretchen 2021 ihre Würde zurückzugeben“, so Bert Zander, Regisseur und Videokünstler. Seine bisherigen Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Videokunst und Theater waren u. a. an der Volksbühne Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Burgtheater Wien zu sehen. 2020 realisierte er für 3sat / ZDF Camus’ Die Pest als theatrale Miniserie. Eine Kooperation mit der Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e. V. Regie: Bert Zander Bühne & Kostüme: Lene Schwind Schnitt: Fabián Barba Hallal Dramaturgie: Katja Prussas Mitarbeit Regie: Natascha Zander Regieassistenz: Lina Gasenzer Theaterpädagogische Vermittlung: Sabine Koller, Elisabeth Müller
Aufführungen | Schauspiel

Schamparadies

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

In einem Mietshaus am Kanal, außerhalb der Stadt, wohnen Mutter und Tochter. Die Mieten steigen und auch auf alle weiteren Krisen in ihrem Leben reagiert die Mutter handlungsunfähig und lethargisch. Da helfen auch die Vorwürfe und Bemühungen ihrer Tochter Vera nicht. Getrieben von (vererbten) traumatischen Erinnerungen überquert Vera den Kanal. Auf der gegenüberliegenden Flussseite ist die Welt eine andere. Es riecht nach Körpern, es wuchert, es ist … Abseits. Hier sorgen zwei Furien, Tine und Mascha, dafür, dass die Scham einen festen Platz bekommt. Sie greifen gesellschaftliche Tabus an, schlagen, prügeln und bringen so die innersten Abgründe der Menschen zum Vorschein. Eine unheimliche und schöne Utopie. Käme es nicht zu diesem brutalen Zwischenfall in Garten Eden, als Matthias sich plötzlich einmischt. Sina Ahlers, Autorin des Erfolgsstücks Milch & Schuld (UA), erhielt für Schamparadies den Autor:innenpreis des Heidelberger Stückemarkts 2020. In diesem Text, der nun am Staatstheater Kassel zur Uraufführung kommt, mischt Sina Ahlers knallhart Realismus und Expressionismus, Bildhaftes mit ihrer eigenen Direktheit. Mal entlarvend humoristisch, mal schmerzhaft radikal, befragt sie Status und Körper. In einer ganz eigenen Formsprache legt sie den schmalen Grat zwischen Intimität und sexuellem Missbrauch offen und blickt so der Scham und ihren Ursprüngen ganz schamlos ins Gesicht In der Regie von Olivia Müller-Elmau, Regisseurin auf der Suche nach den widersprüchlichen zwischenmenschlichen Beziehungen und Gefühlen, werden Trauma und Scham, die, teils über Generationen hinweg, fest in den Körpern sitzen und dort wuchern, sinnlich erfahrbar. In Kooperation mit Mädchenhaus Kassel 1992 e.V. Regie: Olivia Müller-Elmau Bühne und Kostüme: Julius Böhm Sounddesign: Jens Kilz Projektidee: Patricia Nickel-Dönicke Soufflage: Camilla Colonna
Aufführungen | Schauspiel

Milch & Schuld

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Wir müssen über Mutterschaft und unbezahlte Care Arbeit von Frauen reden! Wie sieht die Arbeit des Körpers vor, während und nach der Geburt aus? Abgesehen von den biologischen Veränderungen und Rentenlücken, die entstehen, ist eine Schwangerschaft eine der größten Herausforderungen und auch Wunder, die der weibliche Körper leistet. Ist diese Art von Arbeit eigentlich monetär zu bezahlen? In der Uraufführung Milch & Schuld der Autorin Sina Ahlers, einem Auftragswerk des Schauspiels, geht es um Leihmutterschaft, eines der Tabuthemen unserer Gesellschaft. Zartie hat wenig Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Sie stellt einem Paar, das biologisch keine Kinder bekommen kann, ihren Körper, ihren Geist und ihre Hormone zur Verfügung, um ein Kind für sie auszutragen. Und sie soll dafür bezahlt werden. Während der Pränataldiagnostik wird jedoch eine Entdeckung gemacht, die der „Kundin“ nicht zusagen wird, und die Zahlungs- bzw. Vertragspflicht aushebelt. Doch wer ist diese „Kundin“ überhaupt, die sich so sehnlich ein Kind wünscht? Auch sie fühlt sich ungenügend, fehlerhaft. Wie entscheidet sich Zartie, soll sie das Kind behalten? Ohne Mittel, allein, ohne Unterstützung? Wie gehen wir damit um, wenn ein Kind nicht der „Norm“ entspricht, als ungenügend betrachtet wird, wie eine Taube mit einem Bein? Sie kann stehen, fliegen, alles, aber mit eben „nur“ einem Bein. Sina Ahlers hinterfragt in ihrem Stück Existentielles. Gibt es sie, die „natürliche“, bedingungslose Mutterliebe, die Arbeit des weiblichen Körpers, den „Mutterinstinkt“ und wo stehen wir tatsächlich, wenn es um konservative Rollenbilder geht? Wo ist, sie, die vermeintlich „moralisch“ richtige Seite? Und welche Rolle spielt in dem Ganzen diese merkwürdige Bahnhofstaube? Regisseurin Sarah Franke hat mit den Troerinnen: 2nd Season bereits bewiesen, dass sie sich den großen feministischen Themen mit einer körperlich, sprachlichen und bildlichen Kraft hingibt. Sie schaut auf alle (Nicht-)Mütter, auf alle Normen, Tabus, Kämpfe und die Schönheit dazwischen. All das findet sie in Ahlers Text. Regie: Sarah Franke Choreographie: Gili Goverman Bühne und Kostüme: Ann-Christine Müller Musik: Sven Michelson Licht: Stefanie Dühr Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke Altersempfehlung ab 16 Jahren
Aufführungen | Musical

School of Rock

Staatstheater Kassel - INTERIM

Musik von Andrew Lloyd Webber Buch von Julian Fellowes Gesangstexte von Glenn Slater | Deutsch von Timothy Roller Basierend auf dem gleichnamigen Erfolgsfilm mit Jack Black folgt das mitreißende Rockmusical von Andrew Lloyd Webber dem gescheiterten Sänger Dewey Finn, der kurz vor einem Contest aus seiner Band geschmissen wurde. Um wenigstens die Miete bezahlen zu können, gibt Dewey sich als Aushilfslehrer aus und landet, ohne tatsächlich etwas von Mathe oder anderen Schulfächern zu verstehen, an einer Eliteschule. Wovon er aber eine Menge versteht, ist Musik! Als Hausaufgabe gibt er seinen Schüler:innen auf, Musik von Bands wie AC/DC, Led Zeppelin und Black Sabbath zu hören – die darauf, zum Ärger der Schulleiterin, zum Soundtrack des Schulalltags werden. Die zu Beginn noch skeptischen Jugendlichen lassen sich bald von Deweys Begeisterung für Rockmusik anstecken und brechen aus ihrer braven Erziehung aus. Um aber beim Battle of Bands als richtige Rockband bestehen zu können, müssen die Schüler:innen alles geben. Das Team um Regisseurin Marlene Pawlak, das zuletzt mit Emil und die Detektive das Kasseler Publikum begeisterte, setzt mit viel Humor Webbers Musical in die Raumbühne ANTIPOLIS. Die Kinder und Jugendlichen des CANTAMUS-Chores bevölkern als Schulgemeinschaft die Bühne und erkunden die transformative Kraft der Musik. Zur Einstimmung auf den Theaterbesuch gibt es für Zuschauer:innen und Lehrkräfte die Möglichkeit, sich ein Einführungsvideo mit Blick hinter die Kulissen, interaktiven Übungen und Informationen zur Stückentwicklung anzuschauen. Ab April 2025 unter School of Rock auf www.staatstheater-kassel.de oder auf Nachfrage an theaterpaedagogik@staatstheater-kassel.de Musikalische Leitung: Peter Schedding Regie: Marlene Pawlak Bühne: Wolf Gutjahr Kostüme: Anna Rudolph Licht: Holger Tschersich Dramaturgie: Teresa Martin CANTAMUS-Chor: Fiona Luisa, Peter Schedding Video-Regie: Victoria Koberstein Choreografie: Nele Neugebauer
Aufführungen | Musiktheater

Aida

Staatstheater Kassel - INTERIM

Zu den weltberühmten Klängen von Verdis Triumphmarsch setzt sich Kassels neues Opernschiff in Bewegung auf seine Fahrt durch den Ozean des Weltmarkts und die Untiefen seiner globalen Krisen. Was als sinnliche Kreuzfahrt unseres theatralen Bühnen-Tankers in Kassels neuem INTERIM startet, wird bald zur Messlatte für ein zukünftiges Musiktheater des Erlebnisses. Und kaum sind wir in See gestochen, schon unken die einen, das Boot sei voll, während die anderen eine neue Verteidigungsfähigkeit einfordern, um den bisherigen Wohlstand an Deck zu erhalten. Trotz seiner mehr als 200-köpfigen Besatzung aus Chor, Extrachor und Statisterie, Staatsorchester, Bühnenorchester und den berühmten sechs Fern-Trompeten sowie dem internationalen Cast aus hervorragenden Solist:innen kommt dieses musikalische Schiff der Träume schon bei der Jungfernfahrt mit Giuseppe Verdis Aida in gehörige Schieflage. Denn bald zeigt sich, dass Verdis rauschende Liebesgeschichte in erster Linie eine Parabel auf den europäischen Imperialismus ist – gerade in den beliebten Chorszenen mit ihren beißenden musikalischen Seitenhieben gegen das kriegslüsterne preußische Militär und seinen Kadavergehorsam. Dieses imperialistische Streben nach einem Platz an der Sonne weckt Erinnerungen an das im Uraufführungsjahr 1871 durch Preußen gewaltsam gegründete Deutsche Reich, das in den Mauern der 1910 gebauten Kasseler Jägerkaserne steckt. Auf deren ehemaligen Exerzierplatz wird das neue INTERIM des ehemals preußischen, jetzt hessischen Staatstheaters Kassel mit Verdis Monumentalwerk im Herbst 2025 eröffnet. Hier gehen Kassels neuer Generalmusikdirektor Ainārs Rubiķis und Intendant Florian Lutz zusammen an Bord und erarbeiten ihre erste gemeinsame Produktion. Operngenuss und partizipative Überraschungen sind natürlich all inclusive. An diesem Ort wird im Geiste Verdis aus der Liebe zwischen der Sklavendienste leistenden Aida und dem Heerführer Radamès ein humanistisches Plädoyer gegen Volk und Nation, Religion und Militarismus, das deutlich macht, dass es kein richtiges Leben im Falschen gibt. Die Produktion Aida wird durch die Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e.V. unterstützt. Musikalische Leitung: Ainārs Rubiķis Musikalische Assistenz und Nachdirigat: Kiril Stankow Regie: Florian Lutz Bühne: Sebastian Hannak Kostüme: Mechthild Feuerstein Video: Konrad Kästner Dramaturgie: Kornelius Paede Chorleitung: Marco Zeiser Celesti
Aufführungen

neue Veranstaltung

Staatstheater Kassel - INTERIM

Aufführungen | Tanz

Masterclass zeitgenössischer Tanz

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Die israelischen Choreograf:innen Hila Nachshonov und Rotem Viner Tchaikovsky, deren Arbeiten im Nachwuchsprogramm 1|2|3 des renommierten Suzanne Dellal Centre während des Festivals präsentiert werden, geben eine gemeinsame Masterclass im zeitgenössischen Tanz. Der Workshop umfasst ein gemeinsames Aufwärmtraining sowie die Vermittlung von Bewegungsmaterial und choreografischem Repertoire aus ihren aktuellen Stücken. Die Teilnehmenden erhalten einen direkten Einblick in die künstlerische Praxis und Arbeitsweise der beiden Choreograf:innen. Die Masterclass findet in englischer Sprache statt. Für den Workshop wird eine Gebühr von 10 Euro erhoben. Bewerbung erforderlich unter: thorsten.teubl@staatstheater-kassel.de in Zusammenarbeit mit der AG Kassel der Deutsch-Israelischen Gesellschaft und in Kooperation mit dem Suzanne Dellal Centre for Dance and Theatre (Tel Aviv) und der Stadt Kassel, mit Förderung von SparkassenVersicherung und Hübner-Gruppe
Aufführungen | Tanz

1|2|3 - Plattform für neue Choreograf:innen

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Die „1|2|3-Plattform für aufstrebende Choreografen” des Suzanne Dellal Centre ist ein jährliches Choreografie-Entwicklungsprogramm für neue israelische Choreografen. Die Plattform dient als Inkubator für die nächste Generation israelischer Choreografen und fördert neue Stimmen, die die facettenreiche israelische Landschaft und Identität widerspiegeln. Sie begleitet die Teilnehmer auf ihrer künstlerischen Reise und bietet ihnen die notwendige Zeit und den Raum, um choreografische Techniken zu entwickeln, ihre künstlerische Stimme zu verfeinern und ihre kreativen Neigungen zu erkunden. Darüber hinaus bietet die Plattform pädagogische und berufliche Ressourcen. Die Teilnehmer nehmen an Meisterkursen teil und werden intensiv von internationalen und lokalen Choreografen sowie Künstlern aus verschiedenen Disziplinen wie Musik, Architektur, Kino und bildender Kunst betreut. Sie fördert die Zusammenarbeit und den Austausch und schafft ein unterstützendes Umfeld für das Lernen und die Entwicklung neuer Perspektiven innerhalb der lokalen Tanzszene. Die Plattform umfasst drei Stufen, die jeweils in einer öffentlichen Aufführung gipfeln, und den ausgewählten herausragenden Künstlern werden berufliche Möglichkeiten geboten. Zu den zahlreichen beruflichen Möglichkeiten gehören internationale Residenzprogramme, die Teilnahme an Austauschinitiativen, Möglichkeiten zur Gestaltung von Tanzschulen und jungen Kompanien, kostenloser Zugang zu professionellen Tanzkursen und vieles mehr. Das 1I2I3-Programm wurde mit Unterstützung des Lotterierats für Kultur ins Leben gerufen. im Rahmen von EMBODIED DISSENT
Aufführungen | Schauspiel

Embodied_Images

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Zwei Stücke von Roni Chadash, Klil Ela Rotshtain und Michael Getman Roni Chadash: Victims & Images – Vol. 2 und Klil Ela Rotshtain: I could also be a black swan, verbinden zwei Perspektiven auf Körper und Identität. Während Victims & Images – Vol. 2 untersucht, wie Körperbilder, Wahrnehmung und stereotype Vorstellungen unsere Identität prägen, richtet Rotshtains Arbeit den Blick nach innen: auf die vielen Persönlichkeitsanteile, die in unseren inneren Gesprächen Gestalt annehmen und sichtbar werden wollen. Gemeinsam entsteht ein Raum, in dem äußere Images und innere Figuren aufeinandertreffen – und unser körperliches Sein neu erfahrbar machen. Victims & Images – Vol. 2: Choreografie: Roni Chadash | Dramaturgie: Yael Biegon-Citron | Musik: Noa Ayali | Tänzer:innen: Romi Lahav and Shira Ben Uriel I could also be a black swan: Choreografie, Sound und Tanz: Klil Ela Rotshtain Study for String von Michael Getman
Aufführungen | Schauspiel

Triage

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

Deutsch von Matthias Naumann Das Schauspiel legt erneut einen Fokus auf zeitgenössische israelische Dramatik und zeigt in einer deutschsprachigen Erstaufführung Triage, das neue Stück der israelischen Autorin Maya Arad Yasur. Sie ist dem deutschen Theaterpublikum bereits durch Werke wie Gott wartet an der Haltestelle und Amsterdam bekannt. In Triage widmet Arad Yasur sich nun dem komplexen Thema der medizinischen Prioritätensetzung unter den Bedingungen knapper Ressourcen in einem Katastrophenfall. Prof. Robinson, die Leiterin einer Intensivstation, steht vor der schwierigen Aufgabe, über die Verteilung lebenswichtiger Ressourcen, insbesondere Beatmungsgeräte, zu entscheiden. Dabei werden ihre eigenen professionellen Entscheidungen durch die persönlichen Krisen in ihrer Familie – dem Kampf ihres Mannes mit Parkinson, der ihre ganze Aufmerksamkeit und emotionale Kraft fordert – beeinträchtigt, was ihre Situation noch verzweifelter macht. Dr. Aydin ringt ebenfalls mit den Grundsätzen der medizinischen Ethik, während zugleich seine Frau ein Kind zur Welt bringt. Diese Figuren verdeutlichen die inneren Konflikte und moralischen Dilemmata, mit denen medizinisches Personal in Extremsituationen konfrontiert wird: Vor dem Hintergrund einer weitreichenden Brandkatastrophe und der daraus resultierende Überlastung der Krankenhäuser wird eine kaum zu ertragende Atmosphäre geschaffen, die Ärzte und Pflegekräfte zu schnellen, oft herzzerreißenden Entscheidungen über Leben und Tod zwingt. Triage beleuchtet die rohe Realität derjenigen, die mit den Schattenseiten ihrer Berufung konfrontiert werden, wo jede Entscheidung das Potenzial hat, sowohl zu retten als auch zu zerstören: Wer von zwei Brüdern soll das letzte Beatmungsgerät erhalten? Was tun, wenn man seinem eigenen Mann nicht helfen kann? Josua Rösing wird mit Triage seine zweite Inszenierung eines israelischen Textes machen. Bereits 2023 hatte Die Friedensstifterin von Avishai Milstein Premiere und ist seit dem zum Reclaim Kunstfreiheit Festival nach Berlin, zum Open The Doors Festival nach Kattowice und zu den Hessischen Theatertagen nach Gießen eingeladen worden. Regie: Josua Rösing Bühne und Kostüme: Michael Lindner Musik: Alexandra Holtsch Dramaturgie: Elias Lepper Video: Jens Bluhm
Aufführungen | Tanz

SEASON 5: Let’s Talk About Blossom & Decay

Staatstheater Kassel - Schauspielhaus / TiF

„Tanz ist die Mathematik der Bewegung zur Musik.“ (Robozee) Mit Blossom & Decay widmet sich Robozee einem der grundlegendsten und doch tiefgründigsten Zyklen des Lebens – dem stetigen Wechsel von Wachstum und Verfall. Blossom & Decay zeigt den fragilen Kampf zwischen Individuum und Gemeinschaft, zwischen Kontrolle und Hingabe. Es thematisiert die paradoxe Schönheit des Lebens, die sich im Angesicht von Zerstörung und Verfall immer wieder neu entfaltet, nur um erneut in den Abgrund zu stürzen. Robozee lässt in Blossom & Decay die pulsierenden Rhythmen des urbanen Tanzes auf das Spielzeitthema von TANZ_KASSEL stoßen, das japanische Konzept des Kaika (Ë“ü£). In einer Welt, die von Chaos, Zerstörung und sozialer Unruhe geprägt ist, wird der Moment der Blüte zu einem Symbol für die paradoxe Schönheit, die aus Dunkelheit und Vernichtung hervorgeht, um schließlich wieder in die Zerstörung zu führen. Der Sound von Randomhype, alias Christian Düchtel, in Blossom & Decay ist mehr als nur ein klanglicher Hintergrund: Er wird zum Nährboden, auf dem sich der Tanz entfaltet. Elektronische, urbane und pulsierende Klänge verstärken den Zyklus von Wachstum und Verfall und machen ihn erlebbar. Diese musikalische Basis beeinflusst den Tanz und wird gleichzeitig von ihm geprägt, ähnlich wie die Umwelt das individuelle und kollektive Leben beeinflusst. „Blossom & Decay lädt ein, die Vergänglichkeit des Lebens zu erkennen und zugleich den flüchtigen Moment von Schönheit und Aufblühen zu würdigen. Ich fordere das Publikum heraus, sich der Zerbrechlichkeit des Seins und der dualen Natur von Schönheit und Verfall bewusst zu werden. Dabei hinterfrage ich die Auswirkungen des Kapitalismus. Der Tanz wird so zu einer physischen Reflexion über das Werden und Vergehen im Kontext einer von kapitalistischen Interessen geprägten Welt.“ (Robozze) Christian Zacharas alias Robozee ist eine prägende Figur der Tanz- und Improvisationsszene. Er ist eine feste Größe in der deutschen Hip-Hop- und Popping-Szene und trägt maßgeblich zur Weiterentwicklung dieser Kunstform bei. Choreographie: Robozee Bühne und Kostüme: Nuphar Barkol Sounddesign: Randomhype Licht: Stefanie Dühr Video: Nuphar Barkol Dramaturgie: Lars Gunnar Anderstam, Thorsten Teubl
Aufführungen | Performance

Grimms Märchenstunde für Erwachsene:
»Erzählperformance | vielfaltIch – sowohl als auch sich selbst sein«

GRIMMWELT Kassel

Es fing schon am Anfang an: Das Kind kam um Mitternacht zur Welt, genau zwischen Montag und Dienstag, Mai und Juni. Punkt 00:00:00. Entschuldigung, sagte der Arzt, welcher Tag soll als Geburtstag notiert werden? Dann kam die Wahl der Nationalität. Welcher Pass ist denn gewünscht? fragte die Bürokratie. »Sowohl als auch« geht nicht. Danach kam der Rest: Was ist vorzuziehen, Muttersprache oder Vatersprache, Land oder Strand, sie oder er, hier oder dort? Es ist wohl besser, man definiert sich. Entweder oder weder noch sowohl als auch. An diesem Abend kombiniert die Norwegerin Ragnhild A. Mørch magische Märchen mit wenig alltäglichen Anekdoten, um so dem nur allzu menschlichen Schubladendenken entgegenzuwirken. Sie serviert dabei die ihr eigene Multi-Identität mit verbalem Slapstick und perfektem Timing. Für: Erwachsene Dauer: 2 Stunden Sprache: Deutsch Kosten: 10 € | erm. 7 € Tickets erhältlich an der Kasse der GRIMMWELT +49 561 598619-0 oder per email: kasse@grimmwelt.de. Treffpunkt: FOYER in der GRIMMWELT
Aufführungen | Oper

Staatstheater Kassel - INTERIM

Das Staatstheater Kassel - Ein Theater mit Tradition Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche. Ab Oktober 2025 steht das INTERIM auf dem Gelände der ehemaligen Jägerkaserne als Ausweichspielstätte während der Bauarbeiten am Opernhaus zur Verfügung - derzeit wird von mindestens fünf Jahren Bauzeit ausgegangen.
Aufführungen | Schauspiel

Achtsam morden

Bad Hersfelder Festspiele

nach dem Roman von Karsten Dusse Bühnenbearbeitung von Bernd Schmidt Es läuft nicht gut für Björn Diemel. Er ist Anwalt, der sich in seinem beruflichen Alltag bis zur Selbstaufgabe um das Wohlbefinden der organisierten Kriminalität kümmert. Nun wird er von seiner Frau gezwungen, ein Achtsamkeitsseminar zu besuchen, um seine Ehe ins Reine zu bringen, sich als guter Vater zu beweisen und die etwas aus den Fugen geratene Work-Life-Balance wieder herzustellen. Was Diemel dort lernt und erfolgreich anwendet, verändert nicht nur sein Leben, sondern auch die Hierarchie im Unterwelt-Milieu. Denn als sein Mandant, ein brutaler und mehr als schuldiger Großkrimineller, beginnt, ihm ernstliche Probleme zu bereiten, bringt er ihn einfach um — und zwar nach allen Regeln der Achtsamkeit. „Achtsam morden“ nach dem Bestseller von Karsten Dusse wird am Schloss Eichhof Bad Hersfeld in einer Bühnenbearbeitung von Bernd Schmidt für das Altonaer Theater in Hamburg gezeigt. Das Besondere an dieser Inszenierung: Drei Darsteller:innen in neunzehn Rollen, die höchst achtsam dabei sind, der rasanten Geschichte entschleunigt auf den Fersen zu bleiben. Gastspiel des Altonaer Theaters Hamburg Regie: Axel Schneider
Aufführungen | Schauspiel

Die Schule der Frauen

Bad Hersfelder Festspiele

nach Molière Molière auf Hessisch: Das hätte dem französischen Dramatiker mit Hang zur ironischen Gesellschaftskritik gefallen. Mit Michael Quast in der Hauptrolle des reichen Bürgers Arnold kommt ein Protagonist für gelungene Mundart-Adaptionen diverser Klassiker ins Eichhof, der in „Die Schule der Frauen“ dem Stück mit seiner Mischung von Dialekt und strengem Versmaß höchstes Zuschauervergnügen einhaucht. In der Komödie verspottet Molière die Selbstgefälligkeit seiner Zeitgenossen. Der reiche Bürger Arnold verfolgt die fixe Idee, sich seine ideale Ehefrau zu erschaffen. Dazu lässt er das kleine Mädchen Agnes unberührt von Bildung und weltlichen Einflüssen aufwachsen. Denn die Zukünftige soll keinesfalls klüger und gebildeter sein, als der ihr zugedachte Gatte, er selbst. Als Horazius, der Sohn eines Geschäftsfreundes, zu Besuch kommt, verliebt er sich in das Mädchen. Er vertraut sich Arnold an und da dieser sich Horazius gegenüber nicht offenbaren kann, geht er durch die Berichte des jungen Mannes über dessen Fortschritte bei Agnes durch alle Höllen der Eifersucht. Es kommt alles anders, denn die vorsätzlich dumm Gehaltene erweist sich als erstaunlich gewitzt und fintenreich. Gastspiel des Frankfurter Barock am Main-Ensembles Übersetzung in südhessische Mundart: Wolfgang Deichsel Regie: Sarah Groß
Aufführungen | Schauspiel

Lysistrata

Bad Hersfelder Festspiele

Komödie nach Aristophanes Eine Überschreibung von Amanda Lasker-Berlin "Lysistrata oder Die Fantasie von Frieden“ ist für die Protagonistin, die in einer Welt voller Kriege aufgewachsen ist und diese kaum noch erträgt, bislang Fantasie. Im Bündnis mit anderen Frauen setzt sie einen öffentlichkeitswirksamen Sexstreik durch, taktiert währenddessen aber noch auf anderen politischen Ebenen. Sie und ihre Mitstreiterinnen beschlagnahmen die Kriegskasse, besetzen die Akropolis und Lysistrata debattiert mit dem Ratsherrn. Durch die vielfältigen Protestformen, die auch auf gegnerischer Seite in Sparta angewandt werden, denn die Frauen arbeiten grenzübergreifend zusammen, gelingt tatsächlich der Frieden. Auch wenn sich andeutet, dass dieser nicht von ewiger Dauer sein wird. Das Stück - im Ursprung eine Komödie von Aristophanes aus dem Jahr 411 v. Chr. zu Zeiten des Peloponnesischen Krieges zwischen Athen und Sparta - erzählt davon, wie Menschen ins Handeln kommen, um die Gesellschaft zu gestalten, von der Macht der Worte und der Diplomatie. Von der Vielfalt des Protests und davon, wie viele verschiedene Stimmen es braucht, um etwas zu verändern. Von Menschen, die die Kraft finden, den Krieg, der sich in alle Bereiche des Lebens eingeschlichen hat, zu vertreiben und es schaffen, sich als Individuen zu begreifen und nicht als Werkzeuge für den Krieg. Das Stück orientiert sich an der antiken Vorlage in der Übersetzung von Erich Fried und bleibt in seiner Struktur - dank der originellen Überschreibung durch die aufstrebende Autorin Amanda Lasker-Berlin - bestehen. Um den Figuren, ihren Beweggründen und ihrem Hintergrund nahe zu kommen, werden innere Monologe angeführt, in denen aus den Schablonen der Stückvorlage nachvollziehbare, psychologische Figuren entstehen. Chorstellen dienen dazu, zeitübergreifend und universell von Krieg, Diplomatie, Hass und dessen Überwindung zu erzählen. Die Chöre stellen das kollektive Gedächtnis dar, erinnern die Figuren mit konkreten Geschichten, Mythen, Erinnerungen an die Zeit, die vor ihnen war. Sie erzählen berührend und fragmentarisch Erlebnisse aus Kriegen und Verfolgung. Die Chöre funktionieren wie ein großes Gehirn, das, angefeuert von Lysistratas Friedensbemühungen, auch längst verschüttete Erinnerungen wieder aufruft, um sie in den Kontext zu stellen. Durch die Berichte und Gedanken des Chors wird Lysistratas Engagement für den Frieden nachvollziehbar. Durch den Chor wird das, was heute im Jubel um Aufrüstung und Vergrößerung der Streitkräfte ausgeklammert wird, nämlich was Krieg bedeutet, ans Tageslicht geholt. Der Humor findet sich in den Dialogszenen des Stücks und speist sich aus selbstironischen Haltungen der Figuren. Temporeiche Dialoge zeigen die Konflikte innerhalb der Gruppen auf. Regie: Marlene Anna Schäfer Ausstattung: Christin Treunert Einführungsvortrag eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im Kapitelsaal im Museum.
Aufführungen | Schauspiel

Parzival

Bad Hersfelder Festspiele

nach Wolfram von Eschenbach Regie und Fassung: Michael Schachermaier "Parzival oder Die Suche nach dem Heiligen Gral“ ist die Neuinterpretation eines der größten Stoffe der Weltliteratur. Parzival ist der Prototyp des suchenden Menschen. Seine Geschichte, eine Erzählung von Macht und Ohnmacht, wird in der Bad Hersfelder Stiftsruine zur Uraufführung gebracht. Parzival geht seinen Weg, vom naiven Jungen zum mitfühlenden Helden. Eine Reise, die als Sinnbild für die Suche nach innerer Reife und Erkenntnis gilt. Es ist eine Geschichte von Rittertum und Ängsten, vom Versuch die Welt zu verstehen, von großen Abenteuern und von Mystik, von der Erkundung des eigenen Ichs, aber vor allem eine Geschichte der Hoffnung und der Empathie. Wolfram von Eschenbachs Parzival ist mehr als nur ein ritterliches Abenteuer: Es ist der erste Entwicklungsroman der Literaturgeschichte. Das Versepos aus dem 13. Jahrhundert ist eine tiefgründige Allegorie über Menschwerdung und Selbsterkenntnis. Für die große Suche nach Hoffnung und Erlösung bietet die Stiftsruine in Bad Hersfeld einen einzigartigen Rahmen. Das Publikum wird mitgenommen in die Welt des Rittertums, begegnet Figuren aus längst vergangenen Zeiten und dennoch einem aktuellen, zeitlosen Stoff der eigens für die Festspiele neu geschrieben wird. Parzival auf der Bühne der Bad Hersfelder Festspiele ist ein kräftiges und immer noch aktuelles Plädoyer für Empathie und die Sehnsucht nach einer besseren Welt. Parzival, Sohn des Ritters Gahmuret und der Königin Herzeloyde, wächst nach dem frühen Tod seines Vaters bei seiner Mutter auf, die ihn vor den Gefahren der Ritterwelt schützen will. Sie flieht mit ihrem Sohn in tiefe Wälder und versucht ihn von der Außenwelt abzuschirmen. Als Parzival dennoch von der Existenz einer anderen Welt und von Rittern und Burgen erfährt, verlässt er seine Mutter, die später vor Kummer stirbt. Unbeholfen und leichtgläubig gerät Parzival in die Welt der Ritter, begeht durch seine Unwissenheit verhängnisvolle Fehler. Nachdem Parzival im Kampf den roten Ritter tötet und dessen Rüstung anlegt, verschlägt es ihn an den Hof von König Artus. Er ist ein Getriebener, der Wunsch ein „wahrer Ritter“ zu werden lässt ihn immer weiterziehen, auf der Suche nach Abenteuern und Bewährung gelangt Parzival schließlich zur Gralsburg, wo er Zeuge eines mysteriösen Rituals wird: Der leidende, verwundete König Anfortas wird von dem wundersamen Gral am Leben gehalten. Parzival, dem in seiner Ausbildung zum Ritter geraten wurde, nicht zu viele Fragen zu stellen, fragt nicht nach dem Leid des Königs - ein folgenschweres Versäumnis, der Gral, der König und die Gemeinschaft der Schatten verschwinden scheinbar für immer im Nebel. Parzival muss viele Prüfungen bestehen, ehe es ihm gelingt die Burg Montsalavat und die Gemeinschaft des Grals wieder zu finden. Die alles entscheidende, letzte Prüfung steht ihm nun bevor… Einführungsvortrag eine Stunde vor Vorstellungsbeginn im Kapitelsaal im Museum.
Aufführungen | Musical

Something Rotten!

Bad Hersfelder Festspiele

nach dem Buch von Karey Kirkpatrick und John O’Farell Es wird gesungen, getanzt, gereimt und gereizt: Something Rotten!, das kultige Broadway-Musical voller Sprachwitz, Slapstick und Shakespeare-Schwindeleien feiert 2026 seine Deutsche Erstaufführung - in der Stiftsruine Bad Hersfeld. Von Roman Hinze und Niklas Wagner ins Deutsche übertragen, entfaltet das Musical klugen Wortwitz, enthält intertextuelle Anspielungen aber auch klamaukige Ulksprüche mit britischem Kolorit. Wir schreiben das Jahr 1595. Zwei Brüder, Nick und Nigel Bottom, in der besten Tradition der Underdogs, schlagen sich in London als mäßig erfolgreiche Theatermacher durchs Leben, stets im Schatten des allseits gefeierten, überaus eitlen und zutiefst selbstverliebten William Shakespeare. Der „Barde“ ist der absolute Superstar seiner Zeit, wird umjubelt wie ein Rockstar und trägt seine Dichtung vor sich her wie ein heiliges Feuer. Nick Bottom jedoch hat genug vom Shakespeare-Hype und sucht sich Hilfe bei der wie sich herausstellen wird, eher unzuverlässigen Wahrsagerin Nancy Nostradamus - Nichte des großen französischen Astrologen. Sie gewährt ihm einen Blick in die Zukunft, genauer gesagt in das revolutionäre Theatergenre der Zukunft: das Musical. Was folgt, ist ein irrwitziger Versuch der Bottom-Brüder das erste Musical der Welt zu schreiben - mit mitreißenden Liedern, spektakulären Tanznummern und … Omelett?! Nancy versteht bei der Frage nach Shakespeares größtem Theaterhit aufgrund atmosphärischer Störungen „Omelett“ statt „Hamlet“ und die Dinge nehmen ihren Lauf. Was in der Folge auf der Bühne passiert, ist eine Explosion an Liebe zum Theater und absurdem Humor, mit Anspielungen auf praktisch jedes berühmte Musical der letzten 70 Jahre, meta-theatralen Gags und so vielen Doppeldeutigkeiten und Missverständnissen, dass das Zwerchfell dauergestreckt wird, auch weil Shakespeare mit allen Mitteln versucht, sich die Konkurrenz vom Hals zu schaffen. Das Stück des mit dem Grammy ausgezeichneten Songwriters Wayne Kirkpatrick und der erfolgreichen Librettisten Karey Kirkpatrick und John O'Farrell wurde von Publikum und Kritikern gleichermaßen gefeiert und vom New Yorker Magazin „Time Out“ als „das witzigste Musical seit mindestens 400 Jahren" gepriesen. Für die zukünftige Programmgestaltung des Genres Musical bei den Bad Hersfelder Festspielen weist Something Rotten! den Weg in die Zukunft. Es ist eine musikalische Komödie auf höchstem Niveau, bietet große Gesangs- und Tanznummern und eine pittoreske Reihe ziemlich verrückter Charaktere. Musik und Gesangstexte von Wayne Kirkpatrick und Karey Kirkpatrick Konzipiert von Karey Kirkpatrick und Wayne Kirkpatrick in der Deutschen Fassung von Roman Hinze und Niklas Wagner Arrangements von Glen Kelly Orchestration von Larry Hochman Regie: Matthias Davids Musikalische Leitung: Christoph Wohlleben Choreografie: Kim Duddy Bühne: Andrew D. Edwards Kostüme: Adam Nee Am Broadway produziert von Kevin McCollum, Broadway Global Ventures CMC, Mastro/Goodman, Jerry & Ronald Frankel, Morris Berchard, Kyodo Tokyo Inc., Wendy Federman, Barbara Freitag, LAMS Productions, Winkler/DeSimone, Timothy Laczynski, Dan Markley, Harris/Karmazin, Jam Theatricals, Robert Greenblatt und Jujamcyn Theaters Entwickelt in Zusammenarbeit mit dem 5th Avenue Theatra, Seattle (David Armstrong, Executive Producer/Artistic Director; Bernadine Griffin, Managing Director; Bill Berry, Producing Artistic Director)

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