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TiF - Theater im Fridericianum

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

Kontakt

TiF - Theater im Fridericianum
Staatstheater Kassel
Karl-Bernhardi-Straße
D-34117 Kassel

Telefon: +49 (0)561-10 94 - 0
E-Mail: info@staatstheater-kassel.de

Bewertungschronik

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Bewertungen & Berichte TiF - Theater im Fridericianum

1 Schauspiel

Gelbes Gold

von Fabienne Dür

Wie gelingt die perfekte Pommes-Zubereitung? Um diese zentrale Frage dreht sich alles im Leben von Fritz. Doch die Rückkehr seiner Tochter Ana bringt sein Leben in der Pommesbude ganz schön aus der Balance. Ana kehrt kurz vor ihrem Studienabschluss in der Großstadt wieder zurück in ihre Heimat. Dieser Ort in städtischer Randlage ist für sie eine Art Zwischenreich, das sich durch Stille und Weite, aber vor allem durch kleinbürgerliche Enge auszeichnet. Hier betreibt Anas Vater Fritz inmitten einer Plattenbausiedlung mit Hingabe und Leidenschaft eine mehr schlecht als recht gehende Pommesbude. Fritz’ Lebensgefährtin Mimi, Aushilfe im Imbiss, zeigt für diese verzweifelte Goldsuche jedoch nur wenig Verständnis, hat sie sich doch ein anderes Leben erhofft. Ähnliches gilt für Juli, Anas alte Freundin, die nie rausgekommen ist und in der örtlichen Kita arbeitet. Über der gesamten Szenerie schwebt neben dem Fettgeruch vor allem eine existenzielle Bedrohung durch ein geplantes Outlet-Center und riesige Abrisskräne. Irgendwo im Nirgendwo.

Empathie, Schrulligkeit und trotzige Tragik zeichnen Fabienne Dürs Figuren aus. Mit ihrem neuesten Stück Gelbes Gold erzählt sie mit wunderbarer Melancholie und leiser Komik von kleinbürgerlicher Herkunft, vom Scheitern und von geplatzten Lebensentwürfen – lebensnah und einfühlsam.



Fabienne Dür wurde 1993 in Berlin geboren und studierte Theaterwissenschaft und Deutsche Philologie an der Freien Universität Berlin sowie Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Sie war 2019 Leonard-Frank-Stipendiatin des Mainfranken Theaters Würzburg und erhielt 2021 mit Gelbes Gold eine Nominierung zum Heidelberger Stückemarkt.

Tobias Schilling gründete 2016 nach Auslandsaufenthalten und Studium in Wien das freie Theaterensemble distrACT. Er inszenierte zahlreiche Projekte, bevor er 2021 als Regieassistent nach Kassel kam. Nach einigen Folgen Tausend deutsche Diskotheken in der letzten Spielzeit führt er nun Regie bei der Uraufführung Gelbes Gold.

Regie: Tobias Schilling
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Katja Prussas

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Bewertungen & Berichte Gelbes Gold

Schauspiel

Das Kalkwerk

nach dem Roman von Thomas Bernhard

Konrad lebt zusammen mit seiner Frau in einem ehemaligen Kalkwerk. Sie ist auf den Rollstuhl und auf Konrads Hilfe und Pflege angewiesen. Die Außenwelt darf nicht eindringen, alle Kontakte gegen eine scheinbar feindliche Umwelt werden von ihrem Mann so gut es geht unterbunden. Beide haben sich in die absolute Einsamkeit zurückgezogen. Seit Jahren arbeitet Konrad tagtäglich an einer wissenschaftlichen Studie über das menschliche Gehör, wobei er nie wirklich dazu kommt, mit der Niederschrift zu beginnen. Auf eine sadistisch anmutende Art und Weise missbraucht er dabei seine eigene Frau für seine perfiden Experimente: Die Frau, die sich aufgrund ihrer Lähmung der Tortur nicht entziehen kann, muss Aussagen darüber treffen, wie sie welchen Laut wahrnimmt. Dabei führt ihm der körperliche Verfall der Kranken die Hinfälligkeit der menschlichen Natur vor Augen. Er scheitert an seinen eigenen Ansprüchen. Das Streben nach Perfektion endet schließlich in der Weihnachtsnacht in einer Katastrophe, gegen Konrad wird ermittelt …

Thomas Bernhard hat mit Das Kalkwerk eine schreckliche Idylle, einen Denk-Kerker und einen Ort der narzisstischen Egozentrik geschaffen. Dabei wird die mystisch-paradoxe Wahrheitssuche Konrads zu einem Psychothriller, der in pandemischen Zeiten die eigene Isolation ins Absurde treibt.

Thomas Bernhard gilt als einer der bedeutendsten österreichischen Schriftsteller. 1970 wurde er mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet, im selben Jahr erschien Das Kalkwerk.

Der Roman wird von Regisseur Jan Friedrich auf die Bühne gebracht, der in seinen Inszenierungen Elemente aus Schauspiel und Puppenspiel verbindet und einzigartige Bilderwelten entstehen lässt. Er inszeniert u. a. am Volkstheater Wien, dem Theater Oberhausen und dem Staats-theater Mainz. In Kassel hat er sich in der Spielzeit 2021/22 Tschechows Der Kirschgarten gewidmet.

Regie: Jan Friedrich
Bühne: Alexandre Corazzola
Kostüme: Jan Friedrich
Musik: Nicki Frenking
Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke

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Schauspiel

Ein Mann der Kunst

Uraufführung nach dem Roman von Kristof Magnusson
in einer Bearbeitung von Dariusch Yazdkhasti

Er kann schon nerven, dieser Großkünstler KD Pratz, wie er da von den Zinnen seiner Burg hoch über dem Rhein auf die Gegenwart hinabschaut und keinen Zweifel aufkommen lässt: Alles, aber auch wirklich alles hat sich in den letzten Jahrzehnten, seit er mit seinen Bildern die Museen der Welt eroberte, zum Schlechteren entwickelt. Die Kunst der Gegenwart – „genauso kaputt wie die Gesellschaft“. Der emsige Betrieb um sie herum – Laienauftriebe zwischen Häppchen, Prosecco und hohlem Geschwurbel, „Kasperltheater für privilegierte Langweiler“. Die Welt – ein Irrenhaus, in dem Solidarität und Vernunft, Maß und Berechenbarkeit schon lange nicht mehr zählen: „Früher war man sozial. Heute ist man social media!“

In Ein Mann der Kunst konfrontiert der isländisch-deutsche Schriftsteller Kristof Magnusson einen einsamen, weltberühmten Groß-Ego-Künstler mit den Mitgliedern eines Kunstfördervereins. Letztere wollen den Neubau ihres Museums komplett dem Werk des alternden Malers widmen. Doch damit beide Seiten zusammenkommen können, müssen nicht nur schwierige Modalitäten, sondern auch so ziemlich alle derzeit strittigen gesellschaftlichen Fragen ausverhandelt werden. Klingt kompliziert – ist aber vor allem saukomisch.

Nicht nur sein Humor, sondern vor allem das handwerkliche Feingefühl der Schauspielführung und die klare Fokussierung auf Figuren zeichnen Regisseur Dariusch Yazdkhasti aus. Geboren in Krefeld und aufgewachsen im Iran, studierte er Kunstgeschichte (!) und Philosophie in Köln sowie Regie in Hamburg. Seither entstanden zahlreiche Inszenierungen u. a. am Thalia Theater Hamburg, am Staatstheater Mainz und am Staatstheater Braunschweig. Seine Regiearbeit Konstellationen erhielt 2017 den Preis für die beste Inszenierung und den Publikumspreis beim NRW-Theatertreffen.

„‚Ein Mann der Kunst‘ ist eine kurzweilige und bitterböse Satire auf den Kunstbetrieb, eitle Künstler und das Bildungsbürgertum, das sich gerne im Glanz der feinen Künste suhlt und sonnt. Absurd, humorvoll und entlarvend.“
WDR 5

Regie: Dariusch Yazdkhasti
Bühne und Kostüme: Sibylle Pfeiffer
Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke
Video: Konrad Kästner

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Bewertungen & Berichte Ein Mann der Kunst

Schauspiel

Faust Gretchen

Eine theatrale Videoinstallation von Bert Zander
gemeinsam mit Kasseler Bürgern nach Johann Wolfgang von Goethe

„Meine Ruh ist hin“ – einer der Sätze, die bleiben, wenn man sich den Zitatenschatz aus Goethes Faust vergegenwärtigt. Ein Zitat, das das Dilemma Margaretes, genannt Gretchen, widerspiegelt. Der wohlsituierte Gelehrte Dr. Heinrich Faust hingegen ist in der Sinnkrise, verjüngt durch den Bund mit Mephisto drängt es ihn immer weiter zu weltbewegenden Abenteuern und ganz nebenbei zieht ihn das „Ewig Weibliche“ an. Heinrich ist hin- und hergerissen und sucht den Lärm der Welt. Und Gretchen?

Goethe hat den realen Fall der Kindsmörderin Susanna Margaretha Brandt (1771) in Frankfurt verfolgt, parallel entstand sein Urfaust, der die althergebrachte Faust-Geschichte nunmehr um die Gretchentragödie ergänzt. Angesiedelt zwischen sozialer Situation und tragischer Liebesgeschichte erzählt sie das reale, fatale und ausweglose Schicksal einer jungen Frau jener Zeit. Nicht nur Faust und sein Begehren, sondern die gewaltigen Umstände der Zeit bringen Gretchen zu Fall. Frauen wie Gretchen waren meist unausgebildet, unwissend, abhängig und bedroht von Armut und Elend.

Welche Spuren hinterlässt Fausts Vorwärtsdrängen im Leben Gretchens, die in bürgerlichen, aber doch ärmlichen Verhältnissen lebt? Welche Chance hatte sie im Leben und wäre ein sozialer Aufstieg überhaupt möglich gewesen? Eine junge Frau zwischen Begehren, Selbstbehauptung und sozialem Zwang auf der einen Seite und Bürger:innen auf der anderen Seite, die Gretchens Geschichte zu kennen glauben und sie aus ihrer Perspektive nacherzählen. Für Ihre Rolle als Gretchen war Emilia Reichenbach 2022 für den Gustav Rühle Preis nominiert.

„Es ist Zeit, dass wir uns auf den Weg machen Gretchen 2021 ihre Würde zurückzugeben“, so Bert Zander, Regisseur und Videokünstler. Seine bisherigen Arbeiten an der Schnittstelle zwischen Videokunst und Theater waren u. a. an der Volksbühne Berlin, am Thalia Theater Hamburg und am Burgtheater Wien zu sehen. 2020 realisierte er für 3sat / ZDF Camus’ Die Pest als theatrale Miniserie.

Eine Kooperation mit der Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e. V.

Regie: Bert Zander
Bühne & Kostüme: Lene Schwind
Schnitt: Fabián Barba Hallal
Dramaturgie: Katja Prussas
Mitarbeit Regie: Natascha Zander
Regieassistenz: Lina Gasenzer

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Schauspiel

Amok

nach Emmanuel Carrère

in einer Bühnenfassung von Patricia Nickel-Dönicke und Jan-Christoph Gockel
Übernahme der Uraufführung des Theaters Osnabrück

Gute Noten, erfolgreich im Job, Lob vom Chef: Sie überzeugt das alles nicht? Sie haben ständig das Gefühl, jemand könnte dahinterkommen, dass sie eigentlich ein Nichtskönner sind? Dann sollten Sie sich das Leben eines echten Hochstaplers ansehen: Bei Jean-Claude Romand beginnt alles ganz harmlos. Eine versäumte Medizin-Klausur, eine kleine Lüge, die größere nach sich zieht und aus dem Fertiggerichte fressenden Studenten Jean-Claude wird ein höchst angesehener WHO-Mediziner mit Familie, dickem SUV und standesgemäßem Haus. Alles – nur nicht Mittelmaß. Doch statt im Büro zu arbeiten, verbringt er seine Zeit im Wald oder im Flughafenhotel vor der Glotze. Er entwickelt 17 Jahre lang ein perfektes Scheinleben, bis der Bluff aufzufliegen droht und er zum fünffachen Mörder wird.

Die Abgründigkeit dieser Geschichte scheint von Dostojewski zu stammen und doch hat sie sich 1993 in einem kleinen französischen Ort an der Schweizer Grenze zugetragen. Über sechs Jahre befasste sich der französische Erfolgsautor Emmanuel Carrère mit Jean-Claude Romand. Amok ist nicht nur ein Abend über das erbärmliche Gefangensein eines Hochstaplers in seiner selbst auferlegten Rolle, sondern auch über die erschreckende Faszination des Autors an dem Objekt seiner Dokumentation.

Jan-Christoph Gockel verbindet wie nur wenige Regisseure Politik und Poesie. Seine Arbeiten, in denen oft Puppen, Schauspieler:innen, Musik und dokumentarisches Material aufeinandertreffen, wurden für den Nestroy-Preis nominiert, zum Heidelberger Stückemarkt und den Autorentheatertagen am Deutschen Theater Berlin eingeladen.

Regie: Jan-Christoph Gockel
Bühne und Kostüme: Julia Kurzweg
Video: Florian Rzepkowski
Dramaturgie: Patricia Nickel-Dönicke

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TiF - Theater im Fridericianum

Staatstheater Kassel

Das Staatstheater Kassel – Ein Theater mit Tradition

Das Staatstheater Kassel versteht sich mit seinen rund 500 festen Mitarbeitern als ein moderner Theaterbetrieb, der sich gleichermaßen der Tradition wie der Moderne verpflichtet fühlt. 30 Neuinszenierungen in den Sparten Musiktheater, Schauspiel, Tanztheater, Kinder- und Jugendtheater, dazu die Sinfonie-, Sonntags-, Kammer-, Familien-, Schüler- und Sonderkonzerte bilden Jahr für Jahr das große Angebot. Darüber hinaus sorgt ein umfangreiches theater- und konzertpädagogisches Programm für die Vermittlung an Kinder und Jugendliche.

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Aufführungen / Oper Staatstheater Kassel Opernhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater Staatstheater Kassel Schauspielhaus Kassel, Friedrichsplatz 15
Aufführungen / Theater BAC Theater Bad Arolsen Bad Arolsen, Amselweg 50
Aufführungen / Theater tic: Theater im Centrum Kassel, Akazienweg 24
Aufführungen / Theater Hessisches Landestheater Marburg Marburg, Am Schwanhof 68-72

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